Ski alpin: Rebensburg verpasst Abfahrt-Sieg knapp – «Hätte es verdient»

Viktoria Rebensburg bleibt das Hundertstel-Pech treu: Die beste deutsche Skirennfahrerin verpasste beim Weltcup-Finale in Andorra nur um 0,03 Sekunden den ersten Abfahrtssieg ihrer Karriere.

Als Zweite hinter der Österreicherin Mirjam Puchner konnte die 30-Jährige aber immerhin einen versöhnlichen Ausklang ihres Winters in der alpinen Königsdisziplin feiern. Dritte wurde Corinne Suter aus der Schweiz, der 0,08 Sekunden zum Sieg fehlten.

Bei der Weltmeisterschaft in Are war Rebensburg wegen 0,02 Sekunden im Super-G als Vierte komplett leer ausgegangen – diesmal blieb ihr der erste Abfahrtserfolg einer deutschen Athletin seit mehr als fünf Jahren verwehrt. Bei schwierigen Windverhältnissen hatte die Oberbayerin im Skigebiet von Soldeu bis zu Puchner als viertletzter Starterin geführt und wurde dann doch noch von Platz eins verdrängt. «Es haben sich die Bedingungen sehr geändert. Mit der Leistung hätte sie den Sieg verdient gehabt», sagte Bundestrainer Jürgen Graller.

Nach 14 Siegen in ihrer Paradedisziplin Riesenslalom und zwei im Super-G hätte Rebensburg erstmals in der Abfahrt ganz oben auf dem Podest gestanden. Letztmals war das Maria Höfl-Riesch als Athletin des Deutschen Skiverbands im Januar 2015 in Cortina gelungen.

Kira Weidle als Neunte und Michaela Wenig auf Rang zwölf rundeten ein gutes deutsches Ergebnis ab. «Ich bin froh, dass es langsam ein Ende nimmt», sagte Weidle im ZDF zum Abschluss eines langen Winters. Mit zwei dritten Plätzen war sie die beste DSV-Abfahrerin der Saison.

Die kleine Kristallkugel als Disziplin-Siegerin gewann Nicole Schmidhofer aus Österreich. Ihr war die Auszeichnung schon vor dem Rennen kaum noch zu nehmen gewesen. Ein Fahrfehler ihrer einzig noch verbliebenen Rivalin Ramona Siebenhofer brachte dann Gewissheit.

Quelle: stern.de

Warum Schalke sich von Trainer Domenico Tedesco trennen muss

Das Drama um Schalke und Trainer Domenico Tedesco hat mittlerweile groteske Züge angenommen. Die „oberpeinliche“ 0:7-Niederlage („Süddeutsche Zeitung“) gegen Manchester City in der Champions League ist nur der jüngste Tiefpunkt der lange währenden Krise. Hauptverantwortlich ist die Vereinsführung, die viel zu lange an Trainer Tedesco festgehalten zu hat.

Konsequent war bislang nur einer auf Schalke: Christian Heidel. Der Manager nahm wegen der sportlichen Misere und des angeblich schlecht zusammengestellten Kaders seinen Hut. Heidel hatte erkannt, dass er durch die massive Kritik an seiner Transferpolitik im Klub und unter den Fans verbrannt war.

Tedesco will die Realität nicht anerkennen

Tedesco fehlt offensichtlich die Fähigkeit, die eigene Situation realistisch einzuschätzen. „Ich bin auch in dieser schwierigen Situation und gebe alles. Aber grundsätzlich mache ich mir über meine Person, muss ich sagen, keine Gedanken“, sagte er nach historischen Klatsche in Manchester. Die vermeintliche Standhaftigkeit, die der Coach an den Tag legt, mag ehrenhaft sein, aber die Krise währt schon viel zu lange, als dass seine Worte noch glaubhaft klingen. Er hat sie schon viel zu oft ausgesprochen in den vergangenen Wochen. In Wahrheit kaschieren sie nur, dass er keinen Ausweg mehr weiß. Seine Zeit auf Schalke ist vorüber – endgültig.

Es mag ehrenwert gewesen sein, dass die Führung um Klub-Boss Clemens Tönnies Tedesco nicht so schnell aufgeben wollte. Schließlich hat er ihnen im vergangenen Jahr die Vizemeisterschaft beschert. Zudem genießt er, so heißt es, hohe Wertschätzung im Verein. Er gilt als fair und höflich im Umgang und als jemand, der den Job bei den Königsblauen als Berufung und als Auszeichnung versteht. Doch der Versuch, die ewigen Gesetze des Fußballs auszuhebeln, indem man ausnahmsweise mal nicht das schwächste Glied in der Kette, den Trainer, austauscht, ist gescheitert. Und kann im Hinblick auf den Abstiegskampf sogar noch gefährlich werden.

Es ist eine ausweglose Situation

So bitter es ist, der Fußball richtet sich (zumindest auf Schalke) nicht nach nach idealisierten Wunschvorstellungen. Die Wahrheit ist: Ein guter Trainer verwandelt eine Mannschaft nicht innerhalb eines Jahres von einem Vizemeister in eine abstiegsgefährdete Trümmertruppe, die von einer Blamage zur nächsten eilt. Ein guter Trainer hat es nicht nötig, nur die Spieler aufzustellen, die ihm gegenüber loyal sind. Das haben sie auf Schalke lange verkannt. Leidtragende sind Mannschaft und der Trainer selbst, die sich gemeinsam in einer Situation wiederfinden, aus der sie in dieser Konstellation einfach nicht herausfinden können. Es ist an der Zeit, sich wieder den ewigen Gesetzen des Fußball zu beugen. Zumindest in diesem Fall.

Quelle: stern.de

Ski alpin: Abfahrt: Paris siegt, Kugel an Feuz, Bestleistung für Ferstl

Der vierte Sieg für Dominik Paris, die Kugel für Beat Feuz und eine persönliche Bestleistung für Josef Ferstl: Die alpine Abfahrtssaison ist am Mittwoch mit mindestens drei glücklichen Skirennfahrern zu Ende gegangen.

Beim Weltcup-Finale in Andorra war der formstarke Paris nicht zu schlagen. Dem Südtiroler reichte der Erfolg aber nicht, um Feuz an der Spitze der Klassementwertung noch einzuholen. Der Schweizer rettete nach acht Rennen 20 Punkte Vorsprung und holte seine zweite kleine Kristallkugel nach 2018.

Von Podestplätzen in der Abfahrt oder Kugeln ist Ferstl noch etwas entfernt – mit Platz sieben egalisierte er im Skigebiet von Soldeu aber seine zwei besten Resultate in der Disziplin. Unter anderem war er im Januar in Kitzbühel Abfahrtssiebter geworden. «Ich denke, die Fahrt war teilweise sehr gut und hatte teilweise kleine Fehler. Das kostet mich die vorderen Plätze», resümierte der 30-Jährige im ZDF. 28 Hundertstelsekunden fehlten Ferstl zu einem Podiumsrang.

Dennoch war der Super-G-Sieger von Kitzbühel zufrieden. «Ich pendle mich den ganzen Winter zwischen den Plätzen sieben und fünfzehn ein. Das zeigt mir, dass ich eine gute Konstanz habe und gut skifahre», sagte er.

Die Konstanz bescherte auch Feuz den Erfolg. Der Weltmeister von 2017 gewann in diesem Winter zwar nur eine Abfahrt und damit drei weniger als Paris, landete in acht Rennen aber sechsmal auf dem Podest. «Ich bin richtig stolz, diese zwei Kugeln geholt zu haben», sagt er.

Paris hätte in den Pyrenäen einen groben Patzer seines Kontrahenten benötigt, um die Spitze der Wertung zu erklimmen. Daran, dass es Feuz nicht unter die Top zwölf schafft, glaubte der Super-G-Weltmeister aber nicht. «Ich glaube, ich war zu wenig konstant», sagte er. Der Italiener gewann zwar die Hälfte aller Rennen und wurde einmal Dritter, landete aber auch dreimal außerhalb der Top Ten. «Wenn man bei drei Rennen zu weit weg ist, dann klappt es nicht», sagte er.

Quelle: stern.de

Formel-1-Saisonstart: Mit «Lina» ins Glück: Vettel bereit für Duell mit Hamilton

Sebastian Vettel sucht sein Glück jetzt mit «Lina». Fast wie frisch verliebt verriet der 31-Jährige bei der Eröffnung der Formel-1-Saison den Kosenamen für seinen neuen Ferrari, der ihn in diesem Jahr endlich zum ersten WM-Titel in Rot tragen soll.

Dass nur ein paar Minuten später über der Bühne auf dem Federation Square im Herzen von Melbourne rotes Konfetti in die Luft schoss, durfte Vettel als gutes Vorzeichen für das nächste Duell mit Weltmeister Lewis Hamilton werten. «Wir wollen ein neues Kapitel aufschlagen. Die Moral ist hoch, das Team ist auf dem richtigen Weg», sagte der Deutsche.

Melbourne, das war zuletzt ein gutes Pflaster für Vettel. «Ich habe großartige Erinnerungen an diese Strecke», schwärmte der Hesse. In den vergangenen beiden Jahren hat Vettel den Auftakt gewonnen, mit einem weiteren Sieg würde er die Bestmarke von Michael Schumacher von insgesamt vier Erfolgen im Albert Park einstellen. Schumacher ist mehr denn je die Referenzgröße für Vettel. Der Kerpener benötigte seinerzeit fünf Jahre, um erstmals im Ferrari den Titel zu holen. Nun steht Vettel am Beginn seiner fünften Saison bei der Scuderia.

Nach starken Auftritten bei den Testfahrten in Barcelona vertrauen die Tifosi darauf, dass sich Geschichte wiederholt. «Als Team tragen wir die Hoffnungen, Erwartungen und den Stolz einer ganzen Nation und von Millionen Fans in aller Welt. Wir akzeptieren diese Verantwortung», sagte Firmenchef Louis Camilleri im 90. Jahr nach dem ersten Renneinsatz eines Ferrari.

Auch in der benachbarten Garage spürt Serien-Weltmeister Mercedes die ungeheuren Anstrengungen des Rivalen. «Das wird der bisher härteste Kampf», versicherte Superstar Hamilton nach den Proberunden. Und doch gab sich der fünfmalige Champion bei seinem ersten Auftritt in Melbourne ganz gelassen, als er mit den anderen Fahrern per Ausflugsboot über den Yarra River zur erstmaligen Eröffnungsparty schipperte. «Sie scheinen deutlich aufgeregter als ich es bin», erwiderte Hamilton der tatsächlich etwas schrillen TV-Moderatorin, die ihn bei der Ankunft empfing.

Es sind Herausforderungen wie die von Ferrari und Vettel, aus denen der Brite auch im 13. Jahr in der Königsklasse seine Motivation zieht. Im Vorjahr schien sein Dauerrivale noch bis in den Spätsommer auf Augenhöhe, dann zerbrachen die roten Träume am übermächtigen Hamilton.

Auch wenn Mercedes-Teamchef Toto Wolff ahnt, dass der nächste Angriff von Ferrari seine Mannschaft «an unsere Grenzen treiben» wird, klingt das eher nach Vorfreude. Im Grenzbereich fühlt sich vor allem Hamilton offenbar am wohlsten. Die Freizeit im Winter nutzte der 34-Jährige auch, um seine Lizenz für Fallschirmsprünge zu erwerben. «Das Gefühl des freien Falls ist unglaublich», ließ Hamilton wissen.

Als Rennfahrer indes ging es für den Silberpfeil-Piloten zuletzt fast immer nur aufwärts. Sollte Mercedes ihm auch in seinen verbleibenden zwei Vertragsjahren ein Siegerauto bauen, sind auch die Rekorde von Michael Schumacher erreichbar. Zwei Titel fehlen Hamilton noch zur Marke des Deutschen von sieben WM-Triumphen. Mit 18 weiteren Rennsiegen könnte der Brite auch Schumachers phänomenale 91 Grand-Prix-Erfolge egalisieren. «Ich gönne das dem Lewis, aber er muss das erstmal schaffen», sagte Schumachers Bruder Ralf der Deutschen Presse-Agentur vor dem Auftakt.

Es ist wohl vor allem an Vettel, das zu verhindern. Ausreden gibt es für den Heppenheimer nicht mehr. Ferrari hat den Teamchef getauscht und das Cockpit neben Vettel mit Großtalent Charles Leclerc besetzt. Der Monegasse soll den Deutschen im internen Duell stärker fordern als zuletzt Veteran Kimi Räikkönen, damit Vettel beständig am Limit operiert. Um Vettel nicht zu verunsichern, gewährte ihm der neue Teamchef Mattia Binotto zugleich den Status einer Nummer 1. «Wenn im ersten Teil der Saison gewisse Situationen auftreten, dann heißt unsere Priorität Sebastian Vettel. Er soll uns zum Titel führen», sagte Binotto.

Diese Politik ist die Lehre aus der Vorsaison, als Ferrari diese Rückendeckung für Vettel lange verweigerte, während Mercedes früh klar auf Hamilton setzte. Doch Vettel allein wird es mit seinen Steuerkünsten nicht richten können. Die Scuderia wird in diesem Jahr beweisen müssen, dass sie über 21 Rennen hinweg im Entwicklungswettlauf mit Mercedes mithalten kann. Zudem müssen Vettel und sein Team die Fehlerquote deutlich minimieren. Auf beiden Feldern waren die Silberpfeile im Vorjahr klar besser.

«Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir schnell und flexibel sind und dass wir gut mit Überraschungen umgehen können», sagte Mercedes-Teamchef Wolff. Mit einem weiteren Teamtitel würde der Werksrennstall den Ferrari-Rekord von sechs Konstrukteurstriumphen in Serie einstellen. Wolff versicherte: «Wir sind bereit für den Kampf und freuen uns im Laufe der neuen Formel-1-Saison auf eine verrückte Achterbahnfahrt.»

Quelle: stern.de

K.o.-Spiel in der Champions League: Beim FC Bayern läuft es wieder – aber vier Baustellen bleiben vor dem Duell gegen Liverpool

Am Mittwochabend wird der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato das bis dahin wichtigste Saisonspiel der Bayern anpfeifen. Gegen den FC Liverpool benötigt das Team von Niko Kovac nach dem torlosen Remis im Hinspiel einen Sieg, um in das Viertelfinale der Champions-League einzuziehen. Oder ein 0:0 mit Verlängerung und einem Sieg im Elfmeterschießen – eine schwere, aber lösbare Aufgabe für die Roten und eine Reifeprüfung für den Coach.

Nach der Schwächephase in der Hinrunde ist der FC Bayern wieder in der Spur. In der Bundesliga gab es zuletzt in 13 Partien nur eine Niederlage und zwölf Siege. Im Hinspiel gegen Liverpool zeigten die Münchner eine herausragende Defensivleistung trotz anders lautender Prognosen, die einen Untergang an der Anfield Road befürchtet hatten. Es gibt also genug Grund, verhalten optimistisch auf das Duell in der Allianz Arena zu blicken.

Dennoch glänzt nicht alles rosarot, wenn man genau hinschaut. Es gibt Schwachpunkte und Baustellen, die das Kovac-Team überwinden sollte, um gegen die „Reds“ zu bestehen. 

1. Die Ausfälle von Joshua Kimmich und Thomas Müller

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Thomas Müller sitzt eine Rotsperre ab, die er nach einem Kung-Fu-Tritt im Spiel gegen Ajax Amsterdam für zwei Spiele erhalten hat. Kimmich muss wegen seiner dritten gelben Karte aus dem Hinspiel passen. Mit ihm fehlt eine absolute Stammkraft. Sein Ausfall wiegt schwer, weil Kovac keinen leistungsadäquaten Ersatz für den Nationalspieler hat. Rafinha ist solide, aber auch nicht mehr. Auch Jerome Boateng könnte auf der Außenposition in der Viererkette spielen. Es wäre aber eine ungewohnte Rolle für den Innenverteidiger und somit ein Risiko. Zudem ist nicht ganz klar, ob Boateng schon wieder die Form hat, um gegen die pfeilschnellen Angreifer der Liverpooler zu bestehen. Der Ausfall von Müller wiegt nicht ganz so schwer, weil Kovac je nach Position genauso gute oder sogar bessere Spieler zur Verfügung stehen. Auf der Außenbahn ist das Serge Gnabry, auf der zentralen Position im offensiven Mittelfeld steht James Rogrioguez bereit. Beide gehören aktuell sowieso schon zur Stammelf. Dennoch fehlt Müller, und sei es nur als starke Alternative auf der Bank.

Unwürdiger Abgang 18.552. Die Tagesform von Lewandowski

Der polnische Nationalspieler könnte ein Schlüsselspieler werden. Zwar ist Lewandowski in dieser Saison insgesamt treffsicher. Mit acht Treffern führt er sogar die Torjägerliste in der Champions League an. Das ist aber nur die eine Seite der Wahrheit. Die andere ist: Der Pole zeigte in den vergangenen Spielzeiten immer eine Abschlussschwäche, wenn es in den entscheidenden Spielen gegen höherklassige Gegner ging. Im Hinspiel war Lewandowski komplett abgemeldet bzw. konzentrierte sich voll und ganz auf die Defensivarbeit. Es ist eine der spannendsten Fragen des Spiels, ob der Torjäger gegen Liverpool seine Qualitäten voll ausspielt. Und nicht vergessen: Mit Virgil van Dijk kehrt der überragende Abwehrchef der Liverpooler ins Team zurück. Das Duell zwischen Lewandowski und van Dijk könnte die Partie entscheiden.

BuLi-Check-25_Spieltag 06253. Defensive Anfälligkeit

Die löchrige Defensive der Bayern war ihre große Schwachstelle in der Hinrunde. Und sie ist es vermutlich immer noch. Gegen Liverpool kassierte das Kovac-Team keinen Gegentreffer, weil es geschlossen mit allen elf Mann verteidigte. Was aber passiert, wenn die Bayern selbst in die Offensive gehen, um das notwendige Tor zu erzielen, steht in den Sternen. Im letzen Spiel der Gruppenphase gegen Amsterdam schossen die Bayern zwar drei Tore, bekamen aber drei Gegentreffer eingeschenkt. Das könnte sich gegen Liverpool wiederholen, schließlich verfügt das Team von Jürgen Klopp über eine der stärkten Angriffsreihen Europas. Und siehe oben: Mit Kimmich fehlt der eingespielten Viererkette eine Stammkraft.

Fakten zu Uli Hoeneß

4. Der Löw-Faktor

Dass der Bundestrainer es gewagt hat, mit Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller drei Bayern-Spieler auszusortieren, hat für viel Aufregung gesorgt, sowohl im Verein als auch im Umfeld. Nicht nur die Aussortierten beschwerten sich über die Art und Weise Löws, sondern auch der Klub und andere Spieler wie Kimmich meldeten sich mit Kritik zu Wort. Kovac nahm die Ausbootung zum Anlass, alle drei in der Bundesliga aufzustellen, quasi als trotzige Gegenreaktion nach dem Motto: „Schau her Jogi, die haben es immer noch drauf.“ Müller kann zwar nicht auflaufen, aber Hummels dürfte wohl spielen. Und er wird Löw zeigen wollen, dass er immer noch auf absolutem Topniveau spielen kann. Gleiches gilt für Boateng, wenn er zum Einsatz kommen sollte. Die beiden werden auch wegen Löw brennen. Besonders pikant ist, dass Löw im Stadion weilen wird. Das Risiko besteht darin, dass das Spiel gegen Liverpool dem Bundestrainer andersherum als Beweis dienen kann,  dass Hummels und Boateng ihren Zenit überschritten haben. Eines ist klar: Der Löw-Faktor spielt auf jeden Fall eine Rolle.12-Klopp fordert leidenschaftliches Liverpool-6013167324001

Quelle: stern.de

«Operation Aderlass»: Ermittler vergleicht Erfurter Doping-Netzwerk mit Mafia

Der leitende Ermittler des österreichischen Bundeskriminalamts hat das Erfurter Doping-Netzwerk des Sportarztes Mark S. mit Mafia-Organisationen verglichen.

Die Organisation um den Erfurter Sportarzt sei hierarchisch aufgebaut gewesen, sagte Dieter Csefan in Wien. «Man ist arbeitsteilig vorgegangen, jeder hatte seine eigenen Aufgaben: die Blutbeutel von A nach B zu bringen, die Transfusionen zu setzen.» Zudem seien ausländische Prepaid-Karten-Handys verwendet worden, um die Machenschaften zu verschleiern.

Laut den derzeitigen Ermittlungen seien Athleten von Mark S. zu Dopinganwendungen aufgefordert und zu Beginn zu kostenfreien Anwendungen eingeladen worden. Zudem habe man Sportler angelockt, indem auf bereits behandelte Athleten verwiesen wurde, die neue Profiverträge erhalten hätten.

Die Ermittlungen hätten zudem gezeigt, dass Mark S. und seine Komplizen nicht nur bei der WM in Seefeld «sondern auch seit Jahren weltweit bei internationalen Wettbewerben und Sportgroßveranstaltungen anwesend waren.» Details dazu nannte Csefan nicht.

Vor der «Operation Aderlass» bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld habe man erfahren, dass an einem Tag vier Athleten an drei verschiedenen Orten behandelt werden sollten. Diese Information sei ausschlaggebend gewesen für die Entscheidung zur Razzia mit dem Ziel, einen der Sportler auf frischer Tat zu ertappen. Das gelang den Ermittlern bei einem österreichischen Langläufer.

Quelle: stern.de

Riesenpanne bei Real-Sieg: Video-Schiri soll Treffer überprüfen und dann ist das hier zu sehen …

Bei Real Madrid läuft es aktuell – streng genommen seit dem Abgang von Superstar Ronaldo – aber mal so gar nicht. In der Liga hoffnungslos abgeschlagen, in der Champions League blamabel mit 1:4 gegen Ajax Amsterdam ausgeschieden. Dazu kommt mächtig Wirbel um Kapitän Sergio Ramos und seinen Streit mit dem Klub-Präsidenten. Da sollte ein entspannter Auswärtssieg bei Real Valladolid die Gemüter etwas beruhigen und mal zur Abwechslung wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Nach dem ungefährdeten 4:1 der taumelnden Superstars redet aber kaum einer über das Ergebnis, weil alle Welt über eine sehr kuriose Szene zu Beginn spricht.

In der 13. Minute traf Valladolids Sergi Guardiola nach Hereingabe zum vermeintlichen 1:0. Vermeintlich, weil sehr abseitsverdächtig. Dann passierte in Spanien, was in solchen Fällen auch in der Bundesliga passiert: Der Schiedsrichter greift an sein Headset und nimmt Kontakt zum Videoschiedsrichter auf. Das ganze Stadion wartete auf die Entscheidung aus Madrid, quasi dem deutschen Köln. Doch da schien sich niemand mit dem Tor zu beschäftigen. Der Splitscreen zeigte einen leeren, abgedunkelten Raum mit Bildschirmen, vor denen niemand sitzt. „Keiner da“, entfuhr es dem deutschen Kommentator bei DAZN ungläubig. „Das ist jetzt nicht euer Ernst, oder?“VAR SPanien DAZN

RFEF: Nur falscher Raum eingeblendet

War Ernst, aber dennoch kein Problem. Tatsächlich hatte die TV-Regie wohl nur den falschen Videobeweis-Raum eingeblendet, wie mehrere spanische Medien übereinstimmend berichten. Der Fußballverband RFEF habe dies mittlerweile bestätigt. Demnach gibt es mehrere Video-Assistenten-Räume in dem Gebäude in Madrid und die Regie hat einen leeren gezeigt. Wenig später sei die Schalte dann aber in den richtigen Raum erfolgt. Der Referee scheint auch einen Hinweis bekommen zu haben, denn den Treffer gab er nicht.

Real Madrid Zoff unf Neuanfang_15.30UhrDie Außenseiter gingen kurz darauf (Minute 29) trotzdem in Führung, ehe Real Madrid aufdrehte und dank der Tore von Raphael Varane, Karim Benzema (51./Foulelfmeter/59. Minute)(34.) und Vize-Weltmeister Luka Modric (85.) mit 4:1 gewann. In der Primera Division bleiben die Königlichen mit 51 Punkten dennoch weit abgeschlagen auf Platz drei (Bacelona 63, Atlético 56) und haben keine realistische Chance mehr, in dieser Saison einen Titel zu holen. 

Quellen: DAZN / „Marca“ 19-Fußballstars und ihr erstes Gehalt-5983363681001_11.09

Quelle: stern.de

Riskantes Märchen: Kubica nach acht Jahren zurück in der Formel 1

Ganz behutsam nimmt Robert Kubica die blinde Julia bei der Hand. Nur ein paar Tage ist das erstaunliche Comeback des polnischen Rennfahrers beim Formel-1-Saisonstart noch entfernt, doch dieser Moment zwischen den Testrunden ist dem 34-Jährigen wichtig.

An zwei Dingen werde ihn das schüchterne Mädchen immer erkennen, sagt Kubica, und lässt sich vom jungen Fan betasten. «Ich habe eine große Nase», sagt Kubica lachend. Und seine rechte Hand, die er ihr reicht, «die ist leider ein bisschen anders nach dem Unfall», erklärt er.

Um eben diesen rechten Arm rankt sich die emotionale Geschichte des Williams-Piloten, der am Sonntag in Melbourne zum ersten Mal nach mehr als acht Jahren wieder einen Grand Prix fahren wird. Lange schien eine Rückkehr des schlaksigen Mannes aus Krakau in die Formel 1 wegen seiner Behinderung höchst unwahrscheinlich. Zweifel werden Kubica auch in den kommenden Monaten begleiten.

«Wir brauchen jetzt seinen Kampfgeist», sagte Vize-Teamchefin Claire Williams, als sie im vergangenen Herbst die Beförderung des Routiniers zum Stammpiloten verkündete. Sein enormer Wille hat Kubica nach jenem schrecklichen Crash vom 6. Februar 2011 zurück in die Königsklasse gebracht.

Damals galt der Pole als kommender Weltmeister. Im BMW-Sauber hatte er 2008 in Montréal für den einzigen Formel-1-Rennsieg des Teams gesorgt, später im Renault ebenfalls überzeugt. Für 2012 hatte er dem Vernehmen nach schon eine Abmachung mit Ferrari. Dann verunglückte er schwer bei einem Rallye-Gaststart in Italien. Eine Leitplanke bohrte sich in sein Auto, in Notoperationen konnte sein rechter Arm noch gerettet werden. Bis heute ist der Arm von Narben gezeichnet, Kubica hat dort wohl bestenfalls noch die Hälfte der Kraft von früher.

Doch der Motorsport lässt ihn nicht los. Bald fährt er wieder im Rallye-Auto und zeigt, welch außergewöhnliches Talent er hat. 2017 dann darf er ein Formel-1-Auto von Lotus testen, seine Leistung überzeugt. Williams holt ihn für die folgende Saison als Testfahrer und macht ihn nun wieder zur Stammkraft. «Er ist einer der talentiertesten Fahrer, gegen die ich je angetreten bin. Es ist toll für den Sport, dass er zurück ist», sagt Weltmeister Lewis Hamilton.

Es gibt aber auch andere Stimmen. Der Deutsche Nico Hülkenberg ist skeptisch, dass Kubica trotz seiner körperlichen Einschränkungen sportlich mithalten kann. Andere verweisen auf die Risiken, falls Kubica im Notfall schnell reagieren muss – und dies mit rechts nicht kann. Dafür allerdings gibt es Tests des Weltverbands, die Kubica bestanden haben muss – sonst hätte er die Rennlizenz nicht erhalten.

Sein Auto wurde für ihn speziell angepasst, die Schaltung ist links. Zudem hilft Kubica sein kraftschonender Fahrstil. Bei den Tests in Barcelona im Februar allerdings irritierte er auch mit einigen gefährlichen Aktionen. Ihm mangelt es an Praxis. «Du kannst im Fitnessstudio so viel trainieren, wie du willst, aber das echte Fahren im Formel-1-Auto ist etwas ganz anderes. Der Körper stellt sich auf die Kräfte ein, deine Reaktionen auch», erklärt Kubica.

Erschwert wird ihm die Rückkehr auch durch den desolaten Zustand des Williams-Teams. 114 Grand Prix gewann der Rennstall in seiner Historie, sieben Mal stellte das Team den Weltmeister. Doch der Lack ist schon länger ab. Bereits im Vorjahr war Williams chancenlos. Diesmal wurde das Auto nicht rechtzeitig zum Beginn der Testfahrten fertig. Kubica konnte nicht einmal halb so viele Runden fahren wie Mercedes-Star Hamilton und war der Langsamste im Feld.

Am Ende fehlten auch noch die Ersatzteile. Zudem waren einige Elemente des Autos nicht regelkonform, nun muss eilig umgebaut werden. Technik-Direktor Paddy Lowe wurde wenige Tage vor der Reise nach Australien beurlaubt. Kubica ahnt bereits, dass die märchenhafte Story seiner Rückkehr bald im Alltagsfrust verblassen könnte. «Es gibt so viele Fragezeichen», sagt Kubica, «ich weiß vielleicht 20 Prozent der Dinge, die ich vor Australien wissen sollte.»

Quelle: stern.de

Derby in Birmingham: Zuschauer streckt Aston-Villa-Kapitän nieder – der schlägt auf seine Weise zurück

Schreckensmoment in der zweiten englischen Fußballliga: Im Lokalderby zwischen Birmingham City und Aston Villa läuft die neunte Spielminute, es steht 0:0, als ein Zuschauer aufs Spielfeld stürmt und Villa-Kapitän Jack Grealish mit einem Faustschlag von hinten niederstreckt.

Grealish geht zu Boden, kann sich aber gleich wieder berappeln. Der Angreifer – offenbar ein Fan der Gastgeber – wird unmittelbar nach der Attacke von anderen Spielern und einem Ordner überwältigt, vom Platz geführt und an die Polizei übergeben.

Der Villa-Offensivspieler Grealish gilt bei Fans des Stadtrivalen als äußerst unbeliebt, weil er immer wieder betont, niemals für Birmingham City spielen zu wollen. Der 23-Jährige begann seine Karriere bereits in der Jugend von Aston Villa.

Jack Grealish erzielt Siegtreffer für Aston Villa

Im Verlauf des Stadtduells wird Grealish noch mehrfach übel gefoult – seine Antwort auf die Attacken von Gegnern und des Fans liefert er in der 67. Minute: mit einem Flachschuss aus rund 15 Metern markiert er den 1:0-Siegtreffer und avanciert zum Matchwinner.

Nach dem Spiel sagt er im Vereins-TV: „Trotz des Vorfalls war es einer der besten Tage meines Lebens. Ich habe versucht, den Fußball sprechen zu lassen. Ich bin überglücklich.“

Ein Sprecher der zweiten englischen Fußballliga verurteilte den Angriff auf den Kapitän von Aston Villa. Es handele sich um eine Situation, mit der ein Spieler niemals konfrontiert werden sollte. „Wir werden mit allen relevanten Parteien zusammenarbeiten, um die Frage der Sicherheit von Spielern und Offiziellen auf dem Spielfeld anzugehen und sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden“, so der Sprecher.

Durch den 1:0-Auswärtssieg beim Stadtkonkurrenten ist Aston Villa in der Tabelle an Birmingham vorbeigezogen und steht nun auf Platz neun. Der Club kann sich nach drei Jahren in der zweiten Liga weiter berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in die Premier League machen – auch dank Matchwinner Jack Grealish.

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Quellen: Aston Villa Football Club, Football League Championship, Nachrichtenagentur DPA

Quelle: stern.de

Bundesliga im stern-Check: Bayern grüßt wieder von der Spitze – und in Hannover bleiben die Bälle im Schnee stecken

So liefen die Spiele in der Fußball-Bundesliga

Alle Ergebnisse des 25. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Gewinner des Spieltags

Gewinner des Spieltags ist (mal wieder) der FC Bayern München.

Mit einem 6:0-Schützenfest zu Hause gegen den VfL Wolfsburg ballerte sich der Rekordmeister dahin zurück, wo er nach eigenem Selbstverständnis unverrückbar hingehört: an die Spitze. Dort thronte zuvor 161 Tage lang der BVB. Die Dortmunder bleiben dank eines 3:1-Sieges gegen Stuttgart zwar punktgleich, haben aber das schlechtere Torverhältnis. 

sammler-buli-25spieltag 17.45hAuf Seiten der Münchner schoss der unter der Woche von Bundestrainer Joachim Löw ausgebootete Thomas Müller das zwischenzeitliche 4:0, Robert Lewandowski avancierte mit zwei Toren endgültig zum besten ausländischen Bundesliga-Torschützen aller Zeiten vor Bremens Claudio Pizarro. Auch für die ebenfalls von Löw aussortierten Verteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng dürfte der Sieg Balsam gewesen sein. Den neuen Schwung wollen die Münchner nun mit ins Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Jürgen Klopps FC Liverpool am Mittwoch nehmen. Uli Hoeneß kündigte bereits an, sich Jogi Löw nach diesem Spiel vorzuknöpfen. Insgesamt lässt sich sagen: Bei den Bayern läuft es wieder.

Verlierer des Spieltags

Verlierer des Spieltags ist (mal wieder) der FC Schalke 04.

Eigentlich wollten die Knappen endlich die Trendwende erzwingen. Zwar waren im Spiel gegen Werder Bremen deutliche sportliche Verbesserungen zu sehen und Schalke ging sogar 1:0 in Führung. Zwei strittige Werder-Treffer ließen das Spiel jedoch wieder kippen. Durch die letztendliche 2:4-Niederlage stecken die Gelsenkirchener nun unverändert im Abstiegskampf fest und haben weiterhin gerade einmal vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Gemessen am Kader und den Ansprüchen des Vizemeisters und Noch-Champions-League-Teilnehmers läuft die Saison weiterhin katastrophal. Zu allem Überfluss müssen die Schalker in den kommenden Wochen auf Routinier Daniel Caligiuri verzichten. Der Deutsch-Italiener wurde nach einem Zusammenprall mit Bremens Fin Bartels kurz vor dem Ende verletzt ausgewechselt. Der in der Kritik stehende Domenico Tedesco darf zwar erst einmal weitermachen –  der Druck auf den Schalke-Coach dürfte jedoch in den kommenden Spielen kaum nachlassen. 

Aufreger des Spieltags

Der Aufreger der Woche ereignete sich in dieser Woche ausnahmsweise in der zweiten Liga. Gemessen an der Aufmerksamkeit, die dem Spiel schon im Vorfeld zuteil wurde, hatte das Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV ohnehin locker Erstliga-Qualität. Das Sportliche (ein 4:0 Kantersieg des HSV) geriet jedoch zwischendurch zur Nebensache. Weil beide Fan-Seiten immer wieder Pyro-Technik auf den Rängen abbrannten, wurde das Spiel immer wieder unterbrochen. Es stand in der 82. Minute kurz vor dem Abbruch, als der Schiedrichter die Teams in die Kabine führte. Für die Spielleitung des emotional hochaufgeladenen Derbys wurde extra der erfahrene Felix Brych angesetzt. Der bekannte hinterher im TV bei „Sky“: „Ich habe so etwas noch nicht erlebt“. Er hätte mit dem Gang in die Kabine ein Zeichen wollen, sagte Brych. Danach wäre ihm nur noch der Abbruch geblieben.pyro-gottschalk

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Das schönste Tor des Spieltags gelang Hofffenheims Andrej Kramaric, der die TSG mit einem Doppelplack zum Sieg gegen den 1. FC Nürnberg schoss. Beim Stand von 1:1 rutschte Nürnbergs Tim Leibold aus, Nutznießer war Hoffenheims Belfodil, der von rechts in den Sechzehner flankte. Adam Szalei leitete die Hereingabe an Kramaric weiter, der formvollendet mit der Hacke durch die Beine von Club-Keeper Christian Mathenia zum Endstand ins Tor traf. 

Bild des Spieltags

h96_bayer_schneeEin spontaner Wintereinbruch in Hannover verwandelte das Spiel zwischen Hannover 96 und Bayer Leverkusen von einer Bundesliga- in eine echte Rutschpartie. In der 40. Minute unterbrach Schiedsrichter Sören Storks die Partie sogar und ging mit den Spielern in die Kabine. Auch ein Abbruch stand im Raum. Unterdessen versuchten unermüdliche Helfer auf dem Rasen, mit Besen und Schaufeln die Linien frei von Schnee zu halten – angesichts des starken Schneetreibens in der ersten Halbzeit eine echte Sisyphos-Arbeit. Nach acht Minuten konnte weitergespielt werden. Am Ende ging das Spiel trotz einer Aufholjagd der Hannoveraner nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand mit 2:3 zu Lasten der Gastgeber aus, die weiter tief im Keller stecken. 

Sinnbildlich für das fehlende Glück auf Seiten der Hannoveraner war eine Szene in der 33. Minute: Hannovers Genki Haraguchi umkurvte Leverkusens Keeper Lukas Hradecky und schoss den Ball auf das leere Tor. Die Kugel blieb wegen des Schnees jedoch kurz vor der Torlinie liegen, so dass Bayers Jonathan Tah klären konnte. twet_bild_Ball

Quelle: stern.de

Basketball-Profiliga: NBA: Starker Nowitzki bei Mavs-Niederlage

Die Dallas Mavericks haben in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA die vierte Niederlage nacheinander kassiert.

Bei den Orlando Magic unterlagen die Texaner, bei denen die beiden deutschen Profis Dirk Nowitzki und Maximilian Kleber unter Vertrag stehen, mit 106:111. Während Kleber weiter mit Kniebeschwerden ausfiel, spielte Nowitzki stark auf, erzielte 15 Punkte und stellte damit seinen Saisonbestwert ein.

Die Oklahoma City Thunder mit dem deutschen Nationalspieler Dennis Schröder konnten ihre Aufholjagd bei den Los Angeles Clippers nicht krönen und unterlagen 110:118. Ein schwaches zweites Viertel war am Ende ausschlaggebend dafür, dass das Team die Partie nicht mehr drehen konnte. Schröder war mit ordentlichen 15 Punkten zweitbester Werfer seines Teams, das auf Rang drei im Westen liegt.

Klay Thompson führte die Golden State Warriors zu einem ungefährdeten 122:105-Erfolg im Spitzenspiel gegen die Denver Nuggets. Der Shooting Guard steuerte 39 Punkte zum Sieg des Spitzenreiters der Western Conference gegen den direkten Verfolger bei.

In Houston war Superstar James Harden erneut nicht zu stoppen: Beim souveränen 107:91-Sieg seiner Rockets gegen die Philadelphia 76ers sammelte er 31 Punkte.

Quelle: stern.de

Titelkämpfe in Whistler: Deutsche Skeleton-Frauen mit historischem WM-Dreifacherfolg

Was für eine Machtdemonstration der deutschen Skeletonpilotinnen. Auf der schwierigen Hochgeschwindigkeitsbahn im kanadischen Whistler haben sie die komplette Weltelite inklusive der hoch eingeschätzten Gastgeberinnen düpiert und den ersten Dreifacherfolg in der WM-Geschichte überhaupt eingefahren.

Tina Hermann vom WSV Königssee holte sich nach 2016 überlegen ihren zweiten WM-Titel. Nach insgesamt vier Läufen hatte sie 0,38 Sekunden Vorsprung vor Titelverteidigerin Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland. Dritte wurde die Suhlerin Sophia Griebel.

«Ich bin einfach nur happy und kann es gar nicht richtig beschreiben», sagte Hermann. Sie betonte: «Ich hatte im Weltcup nicht die innere Ruhe. Ich brauchte mal wieder ein Erfolgserlebnis wie in Calgary. Das hat mich noch mal gepusht.» Im ersten Lauf verbesserte die 27-Jährige mit 53,17 Sekunden den neun Jahre alten Bahnrekord von Olympiasiegerin Amy Williams (53,68) aus Großbritannien. Die Olympia-Zweite Lölling überbot ihn dann im letzten Durchgang noch einmal mit 53,10 Sekunden. «Es war ein schönes Rennen, wir waren alle auf Augenhöhe, aber Tina hat es verdient», sagte Lölling.

Den ersten Dreifacherfolg in der erst 19-jährigen WM-Geschichte der Frauen sicherte Griebel ab, die zwischenzeitlich schon aus dem Weltcup-Kader geflogen war. «Es war ein gutes Gefühl, endlich mal zu zeigen, dass die ganze Arbeit sich gelohnt hat», sagte die Thüringerin. Zuletzt schafften 1991 die österreichischen Herren bei ihrer Heim-WM in Innsbruck einen Dreifacherfolg.

Schon im ersten Lauf gab es ein Favoritensterben. Weltcup- Gesamtsiegerin Elena Nikitina hatte schon nach Lauf eins 0,76 Sekunden Rückstand auf Hermann. Auch die Kanadierinnen Mirela Rahneva (12.) – immerhin zwei Weltcupsiege in diesem Winter – und Elisabeth Maier (10.) mussten sich schon zur Halbzeit unter Tränen geschlagen geben. Europameisterin Janine Flock aus Österreich war nach dem ersten Lauf nur Neunte, verbesserte sich dann aber noch auf Rang sechs, hatte aber schon zur Halbzeit unglaubliche 1,42 Sekunden Rückstand auf die führende Hermann.

Quelle: stern.de

Gladbach unter Druck: Wachablösung durch den FC Bayern oder BVB-Reaktion?

Im engen Titelrennen der Fußball-Bundesliga stehen Spitzenreiter Borussia Dortmund und Verfolger FC Bayern München am 25. Spieltag vor Heimaufgaben.

Die Dortmunder treffen am Samstag (15.30 Uhr) auf den Drittletzten VfB Stuttgart, die um lediglich zwei Tore schlechteren Münchner bekommen es zur gleichen Zeit mit dem VfL Wolfsburg zu tun. Dahinter kann der Tabellendritte RB Leipzig mit einem Heimsieg gegen den FC Augsburg den Champions-League-Platz festigen. Darum geht es auch für Borussia Mönchengladbach im Gastspiel beim FSV Mainz 05 (18.30 Uhr). Außerdem treffen der SC Freiburg und Hertha BSC aufeinander.

BLICKPUNKT: Beim Münchner Heimspiel gegen Wolfsburg werden alle Augen auf ein Trio gerichtet sein. Schließlich hatte Bundestrainer Joachim Löw die drei Weltmeister Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller unter der Woche überraschend bei der Nationalmannschaft aussortiert. «Ich bin überzeugt, dass Jérôme, Mats und Thomas mit Leistung vorangehen werden», sagte Trainer Niko Kovac. Ob sie auch alle spielen werden, ist fraglich. Schließlich geht es nicht nur um wichtige Bundesliga-Punkte, sondern auch um den Feinschliff für das Champions-League-Rückspiel gegen den FC Liverpool.

HOFFNUNG: Nur ein Sieg aus den vergangenen acht Pflichtspielen dokumentieren die bedenkliche Krise von Dortmund. Was den Schwarz-Gelben Hoffnung macht, ist ausgerechnet eine Niederlage. 20:5 Torschüsse und eine überzeugende Leistung beim 0:1 gegen Tottenham Hotspur sollen dem BVB helfen, zurück in die Spur zu finden. «In den nächsten Wochen müssen wir liefern. Und am Samstag den Turnaround schaffen», fordert Anführer Marco Reus.

RÜCKKEHR: Nationalstürmer Timo Werner steht nach überstandener Erkältung wieder im Kader von RB Leipzig beim Heimspiel gegen Augsburg. Der Stürmer dürfte unter besonderer Beobachtung stehen, schließlich gibt es seit Wochen Wechselgerüchte um Werner. Zuletzt hatte «Sport Bild» berichtet, der Berater des bis 2020 an RB gebundenen Werner habe sich mit den Bayern schon auf einen Vertrag geeinigt. Das Angebot zur Vertragsverlängerung in Leipzig hat der 23-Jährige bisher nicht wahrgenommen.

ZITTERN: Gladbach hatte nach 20 Spieltagen noch zehn Punkte Vorsprung auf Platz fünf; nun sind es nur noch drei auf Eintracht Frankfurt. Setzt sich die Krise fort, droht der Verlust des so wichtigen vierten Platzes. «So ist der Fußball, man kann einige Dinge einfach nicht erklären», sagt Gladbachs Trainer Dieter Hecking und fordert «mehr Durchschlagskraft und Effizienz». Immerhin liegt den Gladbachern der Gegner aus Rheinhessen: Nur zwei der vergangenen 15 Ligapartien verlor die Borussia gegen die 05-er.

Quelle: stern.de

Biathlon-WM in Östersund: Das bringt der Wintersport am Samstag

Nach Silber und Bronze in den ersten beiden Rennen bei der Biathlon-WM in Östersund wollen die deutschen Skijäger um Olympiasieger Arnd Peiffer und Weltmeister Benedikt Doll im Männer-Sprint die nächste Medaille holen. Im fernen Kanada wollen die Viererbob-Teams auftrumpfen.

Biathlon

WM in Östersund/Schweden

Sprint Herren, 16.30 Uhr (ARD und Eurosport)

Olympiasieger Arnd Peiffer und Titelverteidiger Benedikt Doll gehen mit berechtigten Medaillenhoffnungen in die erste Einzelentscheidung. Klarer Favorit im Sprint über zehn Kilometer ist aber der Norweger Johannes Thingnes Bö, der bereits zwölf von 18 Saisonrennen gewann. 2017 in Hochfilzen hatte Doll bei seinem bisher einzigen Karrieresieg Bö mit einem Vorsprung von 0,7 Sekunden Gold weggeschnappt. Das deutsche Team komplettieren Erik Lesser, Johannes Kühn und Philipp Nawrath. Bisher haben die deutschen Skijäger Silber in der Mixed-Staffel und Bronze im Sprint durch Laura Dahlmeier geholt.

Bob

WM in Whistler/Kanada

Viererbob, 02.00 Uhr Lauf 1 und 03.20 Uhr Lauf 2
(Zusammenfassung in der ARD am Samstag ca. 10.55 Uhr)

Auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler kämpft Francesco Friedrich um den nächsten Rekord. Der Doppel-Olympiasieger von Pyeongchang kann als erst zweiter Pilot in der WM-Historie sein Double als Sieger im Zweier- und im Viererbob wiederholen. Das schaffte nur Eugenio Monti 1961 in Lake Placid. Neben Friedrich ist auch Johannes Lochner, der mit Friedrich 2017 in Königssee zeitgleich die Viererbob-WM gewann, der Titelverteidiger. Medaillenchancen hat zudem der Olympia-Zweite Nico Walther.

Skispringen

Raw Air in Oslo/Norwegen

Teamspringen der Männer, 14.30 Uhr (ARD und Eurosport)

Die deutschen Mannschafts-Weltmeister um Dreifach-Champion Markus Eisenbichler gehören auch in Oslo zu den absoluten Favoriten. Bundestrainer Werner Schuster muss bei der ersten Station der Raw-Air-Serie allerdings auf einen Springer seines Gold-Quartetts von Seefeld verzichten: Richard Freitag fehlt erkrankt. Eisenbichler war am Freitag als Achter bester Deutscher. Bei der Raw Air geht es an zehn aufeinanderfolgenden Tagen auf vier Schanzen um Punkte für eine eigene Gesamtwertung. Zudem zählen die Wettkämpfe in Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund auch zum normalen Weltcup.

Nordische Kombination

Weltcup in Oslo/Norwegen

Springen, 09.00 Uhr (ARD und Eurosport 2)

10 Kilometer Langlauf, 13.30 Uhr (ARD und Eurosport 2)

Wie sein Skisprung-Kollege Werner Schuster kann auch Kombinierer-Bundestrainer Hermann Weinbuch in Oslo nicht auf sein gesamtes WM-Team zurückgreifen. Eric Frenzel, der in Österreich zweimal Gold und einmal Silber holte, ist ebenso nicht fit wie Johannes Rydzek. Beiden macht eine Viruserkrankung zu schaffen. Für den Deutschen Skiverband sind Fabian Rießle, Vinzenz Geiger, Manuel Faißt, Terence Weber und Julian Schmid nominiert.

Langlauf

Weltcup in Oslo/Norwegen

50 Kilometer der Männer (ARD)

Nur sechs Tage nach dem Lang-Distanz-Rennen bei den Weltmeisterschaften müssen die Langläufer schon wieder über 50 Kilometer ran. In Seefeld siegte der Norweger Hans Christer Holund vor Alexander Bolschunow aus Russland. Auch im Heimrennen sind die Norweger wieder favorisiert.

Ski alpin

Weltcup in Kranjska Gora/Slowenien

Riesenslalom, Herren,

09.30 Uhr 1. Durchgang 12.30 Uhr 2. Durchgang (ARD und Eurosport)

Weltcup in Spindlermühle/Tschechien

Slalom, Damen,

10.30 Uhr 1. Durchgang
13.30 Uhr 2. Durchgang (ARD und Eurosport)

Im letzten Riesenslalom vor dem Weltcup-Finale geht es für den WM-Starter Alexander Schmid um die Startberechtigung für das Rennen in Andorra. Dazu muss er nach dem Wettkampf in Kranjska Gora mindestens 25. der Disziplinwertung sein – derzeit steht Schmid auf Platz 23. Auch beim Damen-Slalom in Spindlermühle geht es um die Qualifikation fürs Weltcup-Finale in Soldeu. Christina Geiger auf Platz acht ist sicher dabei, Lena Dürr auf Rang 19 sollte noch punkten. Die Kugeln für die besten Slalom-Fahrer des Winters haben Marcel Hirscher (Österreich) und Mikaela Shiffrin (USA) bereits sicher.

Zudem sind die SHORTTRACKER bei der WM in Sofia gefordert, da stehen bei den Damen und Herren der Mehrkampf sowie die Rennen über 500 und 1500 Meter auf dem Programm. Beim EISSCHNELLLAUF-Weltcup in Salt Lake City geht es für die Herren über 500, 1000 und 5000 Meter, für die Damen über 500, 1000 und 3000 Meter.

Quelle: stern.de

DEL-Playoffs: Berlin im Viertelfinale – Bremerhaven erzwingt drittes Spiel

Vizemeister Eisbären Berlin hat sich als siebtes Team für das Playoff-Viertelfinale in der Deutschen Eishockey Liga qualifiziert.

Der DEL-Rekordmeister feierte in den Pre-Playoffs mit einem 4:2 (2:0, 1:1, 1:1) gegen die Straubing Tigers den zweiten Sieg im zweiten Spiel der Best-of-Three-Serie und steht in der Runde der letzten Acht.

Ob die Eisbären dort gegen Meister EHC München oder den Hauptrunden-Ersten Adler Mannheim spielen werden, wissen sie erst, wenn auch im zweiten Pre-Playoff-Duell zwischen Vorjahreshalbfinalist Nürnberg Ice Tigers und den Pinguins Bremerhaven die Entscheidung gefallen ist. Nachdem Nürnberg am Mittwoch die erste Partie in Bremerhaven gewonnen hatte, glichen die Norddeutschen am Freitag nach einem 0:3-Rückstand noch mit einem verdienten 4:3 (0:2, 0:0, 3:1) in der zweiten Verlängerung aus. Die entscheidende dritte Begegnung findet am Sonntag wieder in Bremerhaven statt.

Nationalspieler Leonhard Pföderl (9. Minute), Christopher Brown (10.) und Brandon Segal (44.) hatten Nürnberg bereits mit 3:0 in Führung geschossen, doch Bremerhaven kam durch Brock Hooton (46.), Justin Feser (45.) und William Weber (52.) zurück. In der zweiten Overtime traf Maxime Fortunus (100.) dann zum Sieg der Gäste.

Berlin war gegen Straubing durch ein Tor von Nationalspieler Marcel Noebels schon in der 2. Minute in Führung gegangen, die weiteren Treffer erzielten Jamison MacQueen (18.), André Rankel (31.) und James Sheppard (51.). Für Straubing trafen Steven Seigo (31.) und Stephan Daschner (54.).

Quelle: stern.de

Vor dem Spiel gegen Inter Mailand: Im Frankfurter Rausch: Warum mich als Fan der plötzliche Erfolg der Eintracht überfordert

Vom notorisch erfolglosen Traditionsverein zur spektakulärsten Überraschung Fußballdeutschlands: Eintracht Frankfurt ist in der Bundesliga in Reichweite der Champions-League-Plätze, in Europa wartet am Donnerstag Inter Mailand. Doch ich will ganz ehrlich sein: Bei aller Freude über das hessische Offensivspektakel überfordert mich der plötzliche Erfolg auch ein wenig. Weil die vergangenen drei Jahrzehnte Spuren hinterlassen haben.

1990 hatte ich mich entgegen des Ratschlags meines Vaters, wie auch er Fan des FC Bayern zu werden, für Eintracht Frankfurt entschieden. Weil ich als mäßig bis gar nicht begabter F-Jugend-Torhüter davon träumte, auch so cool zu sein wie Uli Stein. Ich nagelte mir den Anthony-Yeboah-Starschnitt hinter die Tür, himmelte fortan Uwe Bein an und hielt, weil ich schon als kleiner Junge ein großer Sturkopf war, an meiner Entscheidung fest, als um mich herum die Klassenkameraden in der schwäbischen Provinz die Meisterschaft des VfB Stuttgart im Jahr 1992 bejubelten.

Jene verdammte Meisterschaft, die eigentlich Eintracht Frankfurt hätte feiern müssen, wäre in Rostock einst nicht ein Elfmeterpfiff ausgeblieben, ist meine erste prägende Erinnerung an mein Leben als Fußballfan. Ich wurde, wenn man so will, mit dem fußballerischen Misserfolg sozialisiert. Zumal es in den Folgejahren konsequent bergab ging.

Andere machen Yoga, ich fahre zum Fußball

Mit dem Führerschein wurde ich zum aktiven Fan. Fuhr nach Unterhaching, Cottbus oder Bochum, um mir die sportlichen Katastrophen live anzuschauen. Ich wollte es so. Wie ein Masochist, der auf Schmerzen steht. Andere machen Yoga, um den Kopf freizubekommen. Ich schaue Eintracht Frankfurt. Das ist etwas, was vermutlich nur Fußballfans verstehen.Eintracht-Profi Da Costa interviewt sich selbst 12.01

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich genoss jeden einzelnen Tag in Deutschlands Stadien. Ganz egal, wie hässlich der Fußball war, der mir dargeboten wurde. Und natürlich gab es auch schöne Momente und kleinere Erfolge, die ich aufsaugte wie ein Junkie seine Drogen. Stets in dem Wissen, dass der Stoff nicht lange reichen, dass der nächste Rückschlag sehr bald folgen würde – ich hatte mich längst damit abgefunden, dass mein Verein nie wirklich etwas reißen würde. Manchmal sagte ich ihn noch, diesen einen Satz: „Ich möchte einfach nur einmal etwas gewinnen.“ Und meinte damit ausdrücklich nicht die Zweitligameisterschaft.

Doch es war nicht mehr als ein Traum, eine verblasste Hoffnung. Denn Überraschungen und Sensationen sind im modernen Kommerzfußball nicht mehr vorgesehen.

Und dann kam Ante Rebic

Der 19. Mai 2018, jener Abend für die Ewigkeit im Berliner Olympiastadion, veränderte alles. Als Danny da Costa in der 82. Minute den Ball lang schlug, als Ante Rebic Mats Hummels abschüttelte wie eine lästige Fliege, als der Kroate den Ball eiskalt im Tor des FC Bayern versenkte, da war er plötzlich greifbar, dieser Traum.

Die Szene, die 14 Minuten später folgte, habe ich in der Zwischenzeit mindestens 200 Mal gesehen. Noch immer bekomme ich jedes verdammte Mal Gänsehaut, wenn ich sehe, wie Mijat Gacinovic den Ball an seinem Gegenspieler vorbeispitzelt, wie er 30, 35, 40 Schritte macht, 70 Meter weit übers Feld sprintet, dem leeren Tor, dem Gewinn des DFB-Pokals, dem Fußballhimmel entgegen, während im Hintergrund knapp 30.000 Menschen in weißen T-Shirts ungläubig ausrasten.Pokalsieger Frankfurt 20.00

Vermutlich habe ich mir die Videos auch deshalb so oft auf YouTube angeschaut, weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann, was in jenen acht Sekunden mit mir passierte. Die Momente sind weg, ausgelöscht wie nach einem Rausch, an dessen Ende nur noch Gedächtnislücken klaffen. Ich weiß nicht, ob ich schrie oder schwieg, hüpfte oder zitterte, hinschaute oder die Hände vors Gesicht schlug. Ich wurde erst wieder wach, als mir der Nebenmann um den Hals fiel und der Fremde hinter mir auf uns sprang, während sich sein Bier über meinem Kopf ergoss.

In diesem Moment habe ich meinen Frieden geschlossen mit meinem Fandasein. Ich hatte meinen einen Moment für die Ewigkeit erlebt. Mehr konnte ich nicht verlangen. Auch deshalb war ich, nach all den Abgängen im Sommer, wieder mental vorbereitet auf den Abstiegskampf.

Haller, Jovic, Rebic: die Tormaschinen

Abstiegskampf? Von wegen! Die Eintracht spielt bis hierhin die beste Bundesliga-Saison seit einem Vierteljahrhundert, war in der Gruppenphase der Europa League nach Punkten und Toren die beste Mannschaft Europas. Fußballdeutschland staunt über die Angreifer Sébastien Haller (17 Tore und 13 Assists in Bundesliga und Europa League), Luka Jovic (21 Tore, 8 Assists) und Ante Rebic (9 Tore, 3 Assists), wobei dadurch oft untergeht, wie stark von Evan N’Dicka über Makoto Hasebe bis hin zu Filip Kostic auch andere Spieler sind.

Und ich? Ich bin überfordert.

Natürlich freue ich mich, genieße, juble und reibe mir verwundert die Augen. Erst recht, weil dieses wundervoll international zusammengestellte Team mit seiner ungestümen und beherzten Gangart auch hervorragend zur Stadt Frankfurt passt. Und ja, ich freue mich auch über die anerkennenden Worte von Fans anderer Vereine, die gerne mit mir tauschen möchten. Auch das kennt man in Frankfurt nicht. Wir sind es eigentlich gewohnt, dass uns keiner mag – und darauf irgendwie sogar ein wenig stolz.

Doch irgendetwas in mir bleibt demütig, trotzt dem Größenwahn. Ich will darauf vorbereitet sein, dass der Rausch von heute auf morgen beendet sein könnte.

Dann jedoch sehe ich, wie die Mannschaft von Trainer Adi Hütter gegen Hoffenheim in den Schlussminuten aus einem 1:2 ein 3:2 macht. Erinnere mich an das (über 90 Minuten betrachtet) lauteste Stadion, das ich je erlebte, als die Eintracht vor zwei Wochen Donezk besiegte. Und denke daran, dass ich kommende Woche im legendären Giuseppe-Meazza-Stadion stehen werde, um ein Pflichtspiel von Eintracht Frankfurt zu sehen.

Hat hier jemand gerade „Baku“ gesagt?

Als ich im Mai irgendwo in Kreuzberg den Pokalsieg feierte, schaute ich im Internet nach, wo das Europa-League-Finale 2019 stattfinden wird. In Baku. „Würde zu uns passen, mit 30.000 Fans nach Aserbaidschan zu fahren“, sagte der Freund neben mir, zog an seiner Zigarette und lachte.

Im Kalender habe ich mir den 29. Mai seither rot markiert. Und freigehalten. Zum Spaß. Nicht weil ich wirklich daran glaub(t)e, dass Eintracht Frankfurt dort auflaufen wird. Denn irgendwie ist mir dieser ganze Erfolg noch immer suspekt.

Dennoch habe ich in der Zwischenzeit heimlich nachgeschaut, was ein Flug nach Baku kostet. Nur zur Sicherheit. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass dieser mich überfordernde Höhenflug einfach nicht enden wird.

Fünfmal in sieben Sekunden aufs Tor geschossen und kein Treffer: Bei diesem 20.30

Quelle: stern.de