DHB-Pokal geht los – gibt es eine Sensation?

An diesem Wochenende stehen die ersten Pflichtspiele der diesjährigen Handballsaison an. Bei den „First4“ genannten Eingangsturnieren stehen an sechzehn verschiedenen Standorten am Samstag jeweils die Halbfinals auf dem Programm, am Sonntag duellieren sich die Sieger dann um das Ticket in das Achtelfinale.

Das Final Four in Hamburg ist danach nur noch zwei weitere Runden entfernt. Zum voraussichtlich vorerst letzten Mal startet der DHB-Pokal mit diesem Modus. (Hier zum Spielplan des DHB-Pokal)

Ab der Saison 2020/21 soll es diese Viererturniere nicht mehr geben, stattdessen sehen die gemeinsamen Pläne des Deutschen Handballbundes (DHB) und der Handball-Bundesliga (HBL) eine vorgeschaltete Qualifikation mit 24 unterklassigen Mannschaften vor.

Die zwölf Sieger nehmen an der Hauptrunde, in der auch die 18 Bundesligisten in den Wettbewerb einsteigen, mit insgesamt 32 Teams teil.

DHB-Pokal: Der Modus

Der DHB-Pokal 2019/20 wird in vier Runden ausgetragen. Insgesamt qualifizieren sich 64 Mannschaften für den DHB-Pokal, wobei die 1. Hauptrunde im Turniermodus mit 16 Turnieren mit jeweils 4 Mannschaften und die letzte Runde als Final-Four-Turnier in Hamburg ausgetragen werden.

Es nehmen alle Erst- und Zweitligisten, sowie die Tabellenplatzierten 1 bis 6 der 3. Ligen plus die beiden Finalisten des DHB-Amateur-Pokals teil. Im Achtel- und Viertelfinale haben immer die spielklassentieferen Vereine das Heimrecht gegenüber den spielklassenhöheren.

Gegen wen spielen die „Großen“?

Titelverteidiger THW Kiel trifft auf den Drittligisten GSV Eintracht Baunatal, der deutsche Handball-Meister SG Flensburg-Handewitt bekommt es zum Auftakt des DHB-Pokals mit den Mecklenburger Stieren Schwerin zu tun.

Auch der Vorjahresdritte und Pokalfinalist SC Magedburg muss gegen ein drittklassiges Team antreten. Der Northeimer HC wird alles versuchen das Team von Trainer Bennet Wiegert aus dem Pokal zu werfen.

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So können Sie den DHB-Pokal LIVE verfolgen

Erstmals in der Geschichte des DHB-Pokals werden auch die insgesamt 48 Partien der 1. und 2. Pokalrunde live übertragen.

Der Online-Sender Sportdeutschland.TV wird sämtliche Entscheidungen im Kampf um den Einzug in das Pokal-Achtelfinale im Livestream zeigen.

Hier finden Sie alle Partien im Liveticker bei SPORT1.

DHB-Pokal: Aufgalopp zur Drittliga-Spielzeit mit tollen Duellen

Zwischen der letzten Klappe und dem ersten Anwurf am Wochenende des 24./25. August liegen fast genau drei Monate. Das letzte Drittliga-Spiel der vergangenen Saison fand mit Beteiligung des HC Empor Rostock statt. Und die sind nun auch wieder bei der Ouvertüre zur Drittliga-Spielzeit 2019/20 gefordert. Nämlich im DHB-Pokal. So wie 24 weitere Drittligisten. Alle Partien des DHB-Pokals werden von SPORTDEUTSCHLAND.TV übertragen.

DHB-Team absolviert Härtetest gegen Island

Bundestrainer Christian Prokop (40) und die deutsche Nationalmannschaft bestreiten ihren letzten Härtetest vor der Europameisterschaft 2020 (9. bis zum 26. Januar) am 4. Januar in Mannheim gegen Island. Das gab der DHB am Freitag bekannt.

„Island ist in unserer EM-Vorbereitung ein sehr guter Prüfstein. Die Mannheimer Fans werden uns mit Heimspielatmosphäre viel Energie für das Turnier im Januar geben“, sagte Prokop, dessen Team nur fünf Tage später im norwegischen Trondheim zum EM-Auftakt auf die Niederlande trifft.

Weitere Gegner des deutschen Teams in der Vorrunde sind Titelverteidiger Spanien (11. Januar) und Lettland (13. Januar). Die ersten beiden Teams erreichen die Hauptrunde, die am 16. Januar in Wien beginnt. 

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Gensheimer: Das war das Manko in Paris

Uwe Gensheimer ist zurück in der Bundesliga.

Nach drei Jahren bei Paris Saint-Germain kehrt der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft zu den Rhein-Neckar Löwen zurück, wo er sich zuvor von 2003 bis 2016 in die Herzen der Löwen-Fans gespielt hatte. Für den 32-Jährigen ist es die Rückkehr zur alten Liebe, auch wenn der Linksaußen mit dem Handgelenk aus Gummi die Zeit in Paris in guter Erinnerung behält.

Nach einer wenig erfolgreichen Bundesliga-Saison, die die Löwen auf Platz vier beendeten, und dem Champions-League-Aus im Achtelfinale sollen für das Team des neuen Trainers Kristján Andrésson wieder Erfolge her. Neben der Löwen-Legende sollen auch die Rückraumspieler Romain Lagarde und Niclas Kirkelokke für Verstärkung sorgen.

Am Samstag starten Gensheimer und Co. bereits mit der ersten Runde des DHB-Pokals in die Saison. Die Löwen bekommen es mit Außenseiter HG Saarlouis zu tun (DHB-Pokal: Samstag, ab 19.30 Uhr im LIVETICKER).

Im Interview mit SPORT1 blickt Gensheimer auf die Vorbereitung der Löwen, spricht über die Schwächen der Bundesliga im internationalen Vergleich und verrät, wer sein Meister-Favorit ist.

SPORT1: Herr Gensheimer, Sie sind von Paris Saint-Germain zu den Rhein-Neckar Löwen zurückgekehrt und spielen künftig wieder in der Bundesliga. Wie sehr brennen Sie auf den Saisonstart?

Uwe Gensheimer: Sehr. Ich freue mich, wieder zurück zu sein bei den Rhein-Neckar Löwen und wieder in der Bundesliga zu spielen. Ich freue mich auch sehr auf das erste Spiel, das ist für uns interessant, mit dem Spiel in Ludwigshafen steht gleich ein Derby an. (Auftakt der HBL am Sonntag, 25. August, 16 Uhr; Anm. d. Red.) Es wird sicherlich eine spannende Saison und ich habe schon große Vorfreude.

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SPORT1: Wie lief die Vorbereitung mit den Löwen? Gab es Probleme oder sind Sie rundum zufrieden?

Gensheimer: Für mich persönlich lief es nicht ganz optimal, ich hatte ein paar kleinere Muskelverletzungen und konnte deswegen bislang nicht alles mitmachen. Ich bin aber guten Mutes, dass ich bis zum Saisonstart keine Probleme mehr habe.

Gensheimer spricht über Andrésson

SPORT1: Wie klappt die Zusammenarbeit mit dem neuen Löwen-Trainer Kristján Andrésson und was zeichnet ihn aus?

Gensheimer: Ich habe von Anfang an einen sehr positiven Eindruck von ihm gehabt. Er ist ein sehr kommunikativer Typ, der sehr nah bei der Mannschaft ist. In der Vorbereitung war er sehr strukturiert in den Dingen, die er in die Mannschaft reingebracht hat: Seine Philosophien und die Werte, die wir als Mannschaft verkörpern. Die taktischen Inhalte hat er immer mit einer kleinen Videositzung vor den Handballeinheiten unterstützt. Bislang lief das sehr gut, nichtsdestotrotz gibt es einige Änderungen, sodass nicht alles von heute auf morgen funktioniert. Zwei Neuzugänge im Rückraum einzubinden und ein Stück weit eine neue Philosophie vom Trainer einzubringen, braucht noch ein bisschen Zeit.

SPORT1: Die letzte Saison war für die Rhein-Neckar Löwen mit Platz vier nicht besonders erfolgreich. Welche Ziele setzen Sie sich persönlich und mit den Löwen für die anstehende Spielzeit?

Gensheimer: Mit dem vierten Platz am Ende konnten die Löwen nicht ganz zufrieden sein. Von der Qualität haben wir in unserem Kader eine Mannschaft zusammen, die in allen Wettbewerben, in denen wir vertreten sind, ganz weit kommen kann. Das hängt aber von den Punkten ab, die ich gerade angesprochen habe: Wie schnell schaffen wir es, als Mannschaft die Philosophie vom neuen Trainer umzusetzen? Wie schnell binden wir die Neuzugänge ins Spiel ein? In den beiden Pokalwettbewerben haben wir als Team das Ziel, in die Final Fours zu kommen. Dass wir in der Liga um die Meisterschaft mitspielen wollen, steht nach den Erfolgen der Löwen in den letzten Jahren außer Frage. Wir sind aber realistisch genug, dass es eine ganz lange Saison wird und an der Spitze ein sehr großer Wettkampf herrschen wird. Kiel geht als kleiner Favorit in die Saison, dahinter gibt es Flensburg als aktuellen Meister. Auch die Füchse und Magdeburg schätze ich stark ein, Melsungen und uns sehe ich ein Stück dahinter.

SPORT1: Für Sie ist also Kiel der Topfavorit. Warum sehen Sie die Mannschaft von Trainer Filip Jícha vorne?

Gensheimer: Im vergangenen halben Jahr haben sie extrem konstant gespielt mit einer Bomben-Deckung und guten Torhütern. Kiel hat in der Rückrunde am konstantesten Topleistungen abrufen können.

Gensheimer: „Werde die Champions League vermissen“

SPORT1: In der Champions League sind die Löwen in dieser Saison nicht vertreten. In den vergangenen Jahren haben es die deutschen Teams stets verpasst, das Final Four zu erreichen. Woran liegt das und was muss passieren, damit mal wieder ein Titel nach Deutschland geht?

Gensheimer: Zunächst einmal finde ich es schade, dass ich persönlich dieses Jahr nicht in der Champions League spielen kann. Wir haben unsere Chancen dann eben im EHF-Cup. Ich denke, dass die deutschen Teams in der Champions League von der Qualität her das Zeug haben, um den Einzug ins Final Four mitzuspielen. Die Qualität im Kader ist da, um dort hinzukommen. Mittlerweile gibt es aber einige andere starke Teams in Europa, die diesen Anspruch haben. Sie haben außerdem den Vorteil mit einem anderen Spielplan. In den letzten Jahren haben die Löwen am eigenen Leib miterlebt, dass die Spielansetzungen in der Liga nicht immer zum Vorteil für die deutschen Teams ausgelegt waren. Der Wettkampf in der Bundesliga ist noch größer als in den anderen europäischen Ligen, auch die Rahmenbedingungen sind andere. In Frankreich ist es so, dass in den K.o.-Spielen der Champions League keine Ligaspiele stattfinden. So ist zwischen Hin- und Rückspiel des Viertelfinals zum Beispiel spielfrei. In Deutschland ist das anders, weil dann die wichtigste Phase der Saison ansteht und die Liga von der Anzahl der Mannschaften größer ist als anderswo.

SPORT1: Würden Sie sich das in der Bundesliga auch wünschen? Wäre es möglich, dass die Bundesliga eine Woche pausiert, um den Teams eine Verschnaufpause zu gönnen?

Gensheimer: Ich halte es unter den aktuellen Bedingungen für nicht möglich. In einem anderen Interview wurde ich darauf angesprochen und es entstand gleich die Schlagzeile: ‚Gensheimer für Liga-Verkleinerung!‘ Ich habe gesagt: Wenn man den Anspruch haben möchte, für deutsche Teams den gleichen Wettbewerb zu schaffen, wie es in anderen Ligen der Fall ist, dann ist mein Ansatz eine Verkleinerung der Liga, weil es in anderen Ligen so läuft. Ich bin aber nicht per se für eine Verkleinerung der Liga, weil für 80 oder 90 Prozent der Mannschaften in der Bundesliga alles okay ist. Wenn man es aber schaffen möchte, um die gleichen Wettbewerbe zu spielen und es wie in den anderen Ligen zu halten, dann wäre das eine Möglichkeit. Das halte ich aktuell aber für sehr schwer durchzusetzen.

SPORT1: Die Löwen sind in diesem Jahr nur im EHF-Cup vertreten. Werden Sie die Champions League vermissen?

Gensheimer: Natürlich werde ich die Champions League vermissen. Das ist die höchste europäische Spielklasse. Eigentlich war es mein Ziel, einmal die Champions League mit Paris zu gewinnen, das haben wir leider nicht geschafft. Darum muss man sich neue Ziele stecken und es vielleicht irgendwann mit den Rhein-Neckar Löwen schaffen. Das wird wahrscheinlich schwieriger, aber ich werde nicht aufgeben (lacht).

Uwe Gensheimer blickt auf Zeit bei PSG

SPORT1: Ihr großes Markenzeichen sind die Trickwürfe von außen und vom Siebenmeterpunkt. Haben Sie sich für die neue Saison neue Varianten ausgedacht oder wollen Sie lieber die alten Tricks perfektionieren?

Gensheimer: Ich habe mir noch keine neuen ausgedacht, aber man lernt ja nie aus (lacht).

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SPORT1: Am Wochenende stehen mit dem DHB-Pokal die ersten Pflichtspiele der Saison an. Wie sehen Sie die erste Runde: Lästige Pflicht oder gute und sinnvolle Standortbestimmung?

Gensheimer: Man kann das von verschiedenen Seiten sehen. Die niederklassigen Klubs sind teilweise nicht so begeistert: Man hat kein echtes Heimspiel gegen einen Topklub, wie man es sonst haben könnte, wenn man die 1. Runde gewinnt. Für uns als Bundesligist ist es eine gute Standortbestimmung, noch einmal zwei Pflichtspiele gegen Teams zu haben, die kein Bundesliga-Konkurrent sind. Bislang sind die ganz großen Überraschungen ausgeblieben, aber wer weiß, wie es dieses Jahr sein wird.

SPORT1: Was würden Sie für ein Fazit für Ihre Zeit in Paris ziehen? Sind sie damit zufrieden, auch wenn es mit der Champions League nicht ganz geklappt hat?

Gensheimer: Das ist das einzige Manko. Aber auch wenn wir die Champions League nicht gewonnen haben, haben wir eine ganz gute Anzahl an Titeln mitnehmen können in dieser Zeit. Für mich war es im persönlichen Bereich eine wichtige und große Erfahrung, mal von zu Hause weg zu sein. Auch sportlich war es spannend, sich einmal in so einem Umfeld und so einer Mannschaft zu bewegen. Sich durchzusetzen und eine wichtige Rolle als Spieler zu haben, war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung.