Hannover braucht neuen Spielmacher

Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf muss sich nach einem neuen Spielmacher umsehen.

Der dänische Olympiasieger Morten Olsen wird den aktuellen Tabellenführer im Sommer 2020 verlassen und in seine Heimat zu seinem ersten Verein GOG Gudme zurückkehren. Der Verein bestätigte den Wechsel am Freitag, Olsen unterschreibt einen Dreijahresvertrag.

„Gudme war für mich erste Wahl“, sagte der 35-jährige Olsen, der seit Wochen in Topform spielt und einer der Garanten für den Höhenflug der Recken in der Bundesliga ist: „Die drei Jahre, die ich als Jugendspieler dort verbracht habe, sind mir immer in Erinnerung geblieben.“

Topspiel in der Staffel Nord: Vizemeister trifft auf Aufsteiger

Am Sonntag treffen im Norden mit Vizemeister Jörl und Aufsteiger Heide die beiden noch verlustpunktfreien Mannschaften aufeinander. Nicht leicht wird es an diesem Spieltag für die Schlusslichter der Liga. Union Halle-Neustadt II, Pforzheim, Möglingen und Netphen treffen alle auf starke Gegner. Einzig der TV Oyten trifft im Niedersachsenderby auf den Tabellennachbar.

Spieltag #9: „Jetzt erst recht“ gegen „verlieren verboten“

Am neunten Spieltag ist es in den vier Staffeln der 3. Liga der Männer wie im wahren Handball-Leben. „In der Mitte kracht es am meisten“, ist man beim Blick auf die Paarungen in dieser Staffel geneigt zu sagen. Aber dort steckt in den Spitzenspielen die größte Brisanz. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als in der Staffel Nord-West, in der immerhin zwei Verfolgerduelle auf der Agenda stehen. Und im Nord-Osten fordert der amtierende Vizemeister den amtierenden Meister zur heraus.

Hannover vergibt Last-Second-Sieg in Krimi – Flensburg zittert

Die TSV Hannover-Burgdorf hat ihre Tabellenführung in der Handball-Bundesliga behauptet.

Das Überraschungsteam erkämpfte sich im Topspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ein 29:29 (12:15) und führt die Liga mit 17:3 Punkten an. Die Löwen, bei denen Andy Schmid und Mads Mensah Larsen jeweils acht Treffer erzielten, fielen mit 14:6 Zählern auf Rang fünf zurück.

In den Schlusssekunden hatten die Hannoveraner sogar die Chance auf den Sieg. Löwen-Spielmacher Andy Schmid hatte einen Fehlpass in die Hände von Nejc Cehte gespielt. Doch der Wurf des Rückraumspielers passierte nicht vor Ablauf der Spielzeit die Torlinie des leeren Löwen-Tores. Daher blieb es beim Remis.

Überraschend große Mühe hatte Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt (15:5) beim 29:26 (16:15) gegen das neue Schlusslicht Ludwigshafen. Die Gastgeber lagen in der 48. Minute noch mit drei Toren zurück (22:25), ehe sie mit einem starken Schlussspurt die Begegnung noch drehten und auf Rang zwei kletterten.

Kiel mit souveränem Sieg gegen Wetzlar

Rekordmeister THW Kiel löste seine Aufgabe bei der HSG Wetzlar mit 30:26 (17:10) hingegen souverän. Die nun fünfmal in Folge siegreichen Kieler haben bei zwei weniger ausgetragenen Spielen als Vierter die wenigsten Verlustpunkte auf dem Konto (14:2). Die MT Melsungen (15:5) bezwang HC Erlangen 28:27 (15:14) und verbesserte sich durch den sechsten Sieg in Serie auf den dritten Rang.

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In Hannover entwickelte sich von Beginn an ein Spitzenspiel. Die Gäste erwischten den besseren Start und zogen auf 9:3 davon. Doch die Niedersachsen kämpften sich zurück und holten am Ende einen verdienten Punkt.

Siege feierten derweil der SC Magdeburg (33:28 gegen Stuttgart) und DHfK Leipzig (34:32 gegen Lemgo).

Erster gegen Zweiter: Hannover empfängt Löwen zum HBL-Kracher

Das Top-Spiel am 10. Spieltag der Handball-Bundesliga steigt in Niedersachsen: Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf empfängt seinen ersten Verfolger, die Rhein-Neckar Löwen. 

Das Team um Rückkehrer Uwe Gensheimer liegt nach dem 29:29 am Sonntag beim HC Erlangen mit 13:5 Punkten bereits drei Punkte hinter dem bisherigen Überraschungsteam (SERVICE:Tabelle der HBL).

Die „Recken“ zeigten sich ihrerseits zuletzt gut erholt von ihrer ersten Saison-Niederlage gegen Melsungen und besiegten den SC Magdeburg mit 31:28. 

Olsen: „Wir spielen überragend“

„Wir spielen überragend und kämpfen füreinander. Dass wir an der Spitze der Tabelle stehen, ist für uns alle ein Highlight“, sagte Spielmacher Morten Olsen nach dem achten Saisonsieg zu Sky

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Der 35 Jahre alte dänische Weltmeister und Olympiasieger hielt gegen Magdeburg trotz einer Verletzung an der linken Wade 45 Minuten durch. Ob Olsen, der Hannover-Burgdorf nach der Saison verlassen wird, gegen die Löwen auflaufen kann, wird sich kurzfristig entscheiden. 

Oliver Roggisch, Sportlicher Leiter der Löwen, sieht sein Team in der TUI Arena eher in der Außenseiterrolle. „Das ist schon brutal, was die gerade abliefern. Vielleicht ist es gar nicht schlecht für uns, dass wir nicht als Favorit nach Hannover fahren“, wird er auf der vereinseigenen Homepage zitiert.

Flensburg-Handewitt vor Pflichtaufgabe

Auch die unmittelbaren Verfolger des Spitzenduos sind am Donnerstag im Einsatz. Meister SG Flensburg-Handewitt (13:5 Punkte) hat Die Eulen Ludwigshafen (2:16) zu Gast. Die MT Melsungen (13:5) und Rekordmeister THW Kiel haben es mit dem HC Erlangen (Melsungen) und der HSG Wetzlar (Kiel) mit Teams aus dem Mittelfeld zu tun.

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Heinevetters Dilemma? Er ist nicht Manuel Neuer

Silvio Heinevetter wird nicht für die Handball-Nationalmannschaft nominiert.

Diese Nachricht schlug am Montag in Handball-Kreisen, aber auch darüber hinaus, hohe Wellen. Gemeinsam mit Andreas Wolff bildete Heinevetter in den vergangenen Jahren das Torhüter-Duo und schien auch für die anstehende Europameisterschaft im Januar gesetzt. 

Doch in den kommenden Länderspielen gegen Kroatien (23. und 26. Oktober) setzt Bundestrainer Christian Prokop auf Dario Quenstedt vom THW Kiel anstatt auf Heinevetter. „Bei Silvio war etwas Enttäuschung zu spüren, weil er sich im Kreise der Nationalmannschaft auch immer wohlfühlt“, erklärte Prokop am Montag auf einer Pressekonferenz die Gefühlslage des nicht berücksichtigten Keepers.

Gleichzeitig betonte Prokop aber auch, dass die EM-Teilnahme für Heinevetter nicht ausgeschlossen ist. „Alles ist immer möglich. Wir haben vier Torhüter, die in der engeren Auswahl für Turniere stehen“. Die Tür stehe „in beide Richtungen weiterhin offen“.

Thiel: Keine Entscheidung Richtung EM

Auch Ex-Torhüter Andreas Thiel glaubt nicht an die Endgültigkeit von Prokops Entscheidung. „Heinevetter ist bei diesen Länderspielen nicht dabei, aber ich glaube nicht, dass es bereits eine Entscheidung in Richtung EM ist. Dario Quenstedt hat sich mit seinen Leistungen in den letzten Wochen die Chance verdient“, erklärt Thiel bei SPORT1.

„Quenstedt ist berechenbarer als Silvio Heinevetter – im Guten wie im Schlechten. Denn auch ein unberechenbarer Torhüter in Sachen Paraden und Technik kann hilfreich sein“, vergleicht Thiel die beiden Torhüter. 

Während Quenstedt in Kiel hinter Niklas Landin die klare Nummer zwei ist, aber trotzdem regelmäßige Einätze bekommt, ist die Situation für Heinevetter in der aktuellen Saison anders. Die Rolle als Identifikationsfigur bei den Füchsen Berlin ist der 34-Jährige seit der Bekanntgabe seines Wechsels nach Melsungen im kommenden Sommer los.

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Zudem verfügen die Berliner in dieser Saison mit Martin Ziemer, Dejan Milosavljev und eben Heinevetter über gleich drei Keeper von Format. „Die Situation in Berlin ist sicher nicht einfach. Die Folge ist, dass es bei drei Torhütern eine hohe Wahrscheinlichkeit für weniger Spielzeit gibt und damit ist auch verbunden, sich weniger zeigen zu können“, sagt Thiel, der noch immer den Rekord für die meisten Länderspiele (256) aller deutschen Torhüter hält.

„Heinevetter muss zusehen, dass er sich präsentiert“

Die geringere Spielzeit gipfle in der aktuellen Entwicklung, dass „der Bundestrainer einem anderen Torhüter die Chance gibt“, fügt Thiel hinzu. Doch wie kann Heinevetter das Ruder noch herumreißen, um bei der EM dabei sein zu dürfen? Thiels Antwort fällt simpel aus: „Heinevetter muss zusehen, dass er sich präsentiert und in der Bundesliga gute Leistungen abliefert.“

Denn: „Mit Ausnahme von Manuel Neuer bei der Fußball-WM 2018 ist das die Grundvoraussetzung für eine Nominierung zur Nationalmannschaft.“

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Bis zum neunten Bundesliga-Spieltag stand Heinevetter nur knapp drei von neun möglichen Stunden insgesamt auf dem Feld und kommt dabei auf eine durchschnittliche Quote an Paraden von 33,33 Prozent.

Vergleicht man diese Zahlen mit Konkurrent Quenstedt fällt auf, dass der Kieler Keeper nur knapp zehn Minuten länger auf dem Feld stand. Zudem weist er mit einer Paradequote von 26,05 Prozent eine schwächere Quote als sein Berliner Konkurrent auf. Allerdings darf sich der Kieler Keeper auch auf der höchsten Bühne, der Champions League, beweisen und konnte dort bereits Akzente setzen.

Dennoch beweisen die Zahlen, dass Heinevetter aktuell sogar leicht die Nase vorn hat. Aber die Nominierung von Prokop zeigt, dass sich der Torwart-Routinier seines Platzes nicht sicher sein darf. 

Worauf wird es am Ende also bei der EM-Nominierung ankommen? „Es zählt der Leistungsgedanke, wenn ich mich als Trainer daran halte, mache ich wenig falsch“, benennt Thiel das entscheidenden Kriterium – auch auf der Torhüter-Position.

Spieltag8: Patzer und Profiteure

Acht Spiele sind absolviert und vor allem bei den Verfolgern in den vier Staffeln ist mächtig Bewegung drin. An den Tabellenspitzen herrscht seit einigen Spieltag hingegen weitestgehend Kontinuität. Lediglich in der Staffel Mitte gibt es einen neuen Spitzenreiter.

Spieltagszahlen #4

Das Bayernduell zwischen dem HCD Gröbenzell und dem ASV Dachau fand nicht nur vor der Rekordkulisse des Spieltags statt, sondern war zugleich die abwehrstärkste Partie, was einen 19:19-Endstand bestätigt.