Bundesliga im stern-Check: Schlampig und nachlässig – so verspielt der BVB die Meisterschaft

So liefen die Spiele in der Fußball-Bundesliga

Alle Ergebnisse des 21. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Der Aufreger ist diesmal ein bemerkenswerter Spielverlauf – und dieser Spielverlauf dürfte einigen BVB-Fans Bauchschmerzen bereiten. Gegen Hoffenheim führte Dortmund bis zur 75. Minute mit 3:0, die Tore allesamt wunderschön herausgespielt. Es war mehr ein Tanz als ein Spiel und die Hoffenheimer durften zuschauen. Dann war es aber vorbei mit der schwarz-gelben Herrlichkeit. Am Ende stand es 3:3 – drei Gegentore kassierte Dortmund im eigenen Stadion in den letzten 15 Minuten. So ein Einbruch ist dilettantisch. Eine Mannschaft, die Meister werden will, darf sich so einen Fauxpas nicht erlauben. Die Gründe? Schwer zu sagen. Sicherlich fehlte mit Marco Reus der Leader auf dem Platz. Trainer Lucien Favre musste das Spiel wegen eines grippalen Infekts vom heimischen Sofa aus verfolgen – das ist auch kein Vorteil. Vielleicht war es nur Nachlässigkeit, weil sie sich zu siegessicher fühlten. Das Gute daran: Das kann man abstellen. Wenn es aber Nervenflattern war, wird es für die Dortmunder ganz schwer mit dem ersten Meistertitel seit sieben Jahren.

Dieses Tor sollten sie (nochmal) sehen

Werder Bremen feierte seinen 120-jährigen Geburtstag und trat im Weserstadion gegen Augsburg in einem extra aus diesen Anlass entworfenen Trikot an. Es grünte in allen erdenklichen Tönen. Das Trikot war Geschmackssache, das schönste Tor des Spieltages ist es nicht. Der Treffer zum 3:0 gegen Augsburg war eine Augenweide, Milot Rashica erzielte es und es war noch schöner als sein Tor zum 1:0. Von der Mittellinie stürmte er auf der linken Außenbahn in den Strafraum, umkurvte Reece Oxford und versenkte den Ball halbhoch im langen Eck.

Streit wegen Lewandowski: Salihamdzic geht auf Sky-Experten los16.30Gewinner des Spieltages

Das sind ganz klar, die Bayern. Die Konkurrenz patzte, allen voran Dortmund, der FCB eroberte durch den ungefährdeten Sieg gegen Schalke Platz zwei zurück und verkürzte den Abstand auf den BVB auf fünf Punkte. Nach dem Sieg setzen die Bayern sogar noch einen drauf: Durch die plumpe Attacke von Manager Hasan Salihamidzic auf den „Sky“-Experten Didi Hamann schaffen sie es, dass auf allen Kanälen nur über die Roten diskutiert wird. Salihamidzic machte also wieder mal auf „Junior-Hoeneß“ und folgte treu dem Prinzip des Lehrmeisters: Gib dem Affen Zucker. Es funktioniert, auch wenn es bei ihm immer ein wenig aufgesetzt wirkt, wenn er sich so empört äußert.

Fakten zu Uli Hoeneß

Verlierer des Spieltages

Das ist, stellvertretend für seinen Klub, Sebastian Rudy. Keiner verkörpert die Schalker Krise so sehr wie der Mittelfeldspieler, der noch im vergangenen Sommer Nationalspieler war. Trainer Domenico Tedesco wechselte Rudy nach 33 Minuten im Spiel gegen die Bayern aus – das ist für jeden Spieler eine kleine bis mittelschwere Demütigung. Rudy war im Sommer von den Bayern nach Gelsenkirchen gewechselt und sollte dem Team Stabilität im Mittelfeld bringen. Das genaue Gegenteil trat ein. Rudy rutschte wie die gesamte Mannschaft in eine schwere Formkrise. Der Tiefpunkt für den 28-Jährigen war die Auswechslung. Besserung nicht in Sicht. Schalke krebst weiter im unteren Tabellendrittel rum.

Bild des Tages

Mainz Trikot

Wir wollen jetzt keine unlauteren Spekulationen darüber anstellen, ob das Fastnacht-Trikot der Mainzer eine Rolle spielte bei der 1:5-Klatsche am Freitagabend gegen Leverkusen. Das wäre unseriös. Aber wir wollen dieses Fashion-Wagnis nicht unter den Teppich kehren. Am Ende entscheiden sowieso die Fans, was geht oder nicht. Und in diesem Fall, siehe an, kam das gut an. Das Sondertrikot soll im Fanshop nach wenigen Stunden ausverkauft gewesen sein. Damit wäre alles gesagt.

Quelle: stern.de